Hakelndes Gasgeben am M102 mit Einspritzung


Alle, die das Problem an ihrem 230C/E kennen, wissen wie entsetzlich nervig ein hakelndenes Gasgestänge sein kann: jede Anfahrt und jeder Schaltvorgang fällt viel zu heftig aus, nur weil sich das Gas nicht wirklich dosieren lässt.

Wenn das Problem nach einer Revision des kompletten Gasgestänges (d.h. sämtliche bewegliche Teile schmieren, Spiel in den Gelenken durch Nachbiegen der Laschen minimieren, etc.) weiterhin besteht, dann liegt es an den Aufhängepunkten der Rückholfeder am Drosselklappenkörper.
Durch diese ergibt sich eine Kraft-Weg-Linie ähnlich wie bei einer Tellerfeder (die ergibt sich bei einem festen Aufhängepunkt in Kombination mit einem sich auf einer Kreisbahn befindlichen Aufhängepunkt zwangsläufig), die bis zu einem gewissen Maximalwert ansteigt und dann wieder abfällt. Jeder kennt dieses Verhalten von der gewöhnlichen Kupplung im Auto. Ab einem gewissen Punkt wird der Widerstand plötzlich geringer.
Jetzt wird beim Gasgeben genau diese Maximalkraft angefahren, wenn die Rolle in der Kulisse auf der Ansaugbrücke die kleine Kurve durchfahren hat. Danach wird die Gegenkraft an der Drosselklappe urplötzlich weniger und man reißt förmlich die Drosselklappe auf und gibt viel zu viel Gas.

Lange Rede kurzer Sinn: eine kleine Umbauaktion mit ein paar Cent-Artikeln und das Problem ist gelöst.
Man braucht eine Schrauböse, einen schraubbaren Kugelkopf, 3 Muttern und 2 breite Unterlegscheiben (alles M6). Außerdem bietet es sich an, beim Freundlichen eine neue Feder zu holen (Teilenummer A1029932310). Diese scheint mittlerweile durch die ursprüngliche ersetzt worden zu sein und hat das perfekte Einbaumaß.

Dann bohrt man ein 6er Loch so positioniert in den LuFi-kasten, dass es sich über dem Drosselklappenbetätigungshebel befindet (ein Stückchen hinter der Lasche, an der der Kasten an der Einsprizanlage fixiert wird), genau so, dass von unten noch eine breite Unterlegscheibe hinpasst.

Jetzt die Öse von unten durchstecken (Scheiben von oben und unten nicht vergessen) und mit 2 der Muttern kontern. Durch die Öse den Kugelkopf stecken und verschrauben.
Die alte Feder kriegt man am besten raus, indem man von links (am Verteiler vorbei) unter die Einspritzanlage greift und aushängt.


Die neue Feder mit der langen Geraden nach unten am Drosselklappenhebel einhängen (vorher die Stoßstange abnehmen), das andere Ende am frisch verbauten Halter einhängen, alles noch ein bisschen mit Fett einschmieren und fertig!

Viel Spaß mit dem völlig neuen Fahrgefühl!
Letzte Änderung:
2008-11-13 11:51
Verfasser:
Josch
Revision:
1.1
Durchschnittliche Bewertung: 4.78 (9 Abstimmungen)

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